Archiv für den Monat Juli 2024

Finale Etappe: der letzte Tritt in die Pedale

23. Tag, Sylt-Hamburg-Zürich, regnerisch, 15°C

Mit einem reichhaltigen Frühstück im Bauch und der Sonne im Rücken brechen wir zu unserer finalen Etappe auf: Westerland, das Herz der Insel, liegt 18 Kilometer vor uns. Ein letztes Mal schwingen wir uns auf unsere Räder, die uns in den letzten Tagen treue Begleiter waren. 50 Minuten Fahrtzeit trennen uns noch von unserem Ziel und dem Zug, der uns um 13:23 Uhr nach Hamburg bringt.

Früher als erwartet erreichen wir Westerland, doch unsere Freude wird schnell getrübt: Der Zug, mit dem wir nach Hamburg fahren wollten, fällt aus! Na toll, das fängt ja gut an! Kurzerhand steigen wir in den nächsten Regionalzug, der uns nach Hamburg-Altona bringt. Von dort aus beginnt dann die lange Reise weiter nach Zürich.

Während der vierstündigen Fahrt nach Hamburg-Altona zieht der Himmel immer mehr zu, und der Regen nimmt stetig zu. Was als leichter Nieselregen begann, entwickelt sich schnell zu einem regelrechten Schauer, der die Fensterscheiben in Wellen hinunterläuft. Mit jedem Kilometer hoffen wir inständig, dass der Regen in Hamburg nachlässt. Der Gedanke, mit unseren Rädern durch den strömenden Regen zu müssen, dämpft die Vorfreude auf das Ankommen. Doch noch bleibt uns nichts anderes übrig, als abzuwarten und darauf zu vertrauen, dass uns das Wetter in Hamburg gnädig ist.

Doch das Hamburger Wetter macht es uns nicht leicht: Bei kühlen 11 Grad und anhaltendem Nieselregen ist an Spass beim Herumfahren kaum zu denken. Für ein frühes Abendessen ist es noch zu zeitig, also suchen wir zuerst Zuflucht in einem Hotel am Bahnhof, um uns aufzuwärmen und unsere nächsten Schritte zu planen. Der Regen lässt schliesslich etwas nach, und wir machen uns auf den Weg zu einem gemütlichen Café, wo wir uns mit Chailatte stärken. Doch die Zeit scheint kaum zu vergehen. Immer wieder fahren wir durch die nassen Strassen, suchen Schutz vor dem Regen und versuchen, uns die Langeweile zu vertreiben. Die Stimmung wird zunehmend gedrückter, und ein leichter Stress macht sich breit, während wir hoffen, dass unser Nachtzug pünktlich abfährt und uns endlich nach Hause bringt.

Endlich ist es 21:30 Uhr, und wir stehen pünktlich am Gleis. Erleichterung macht sich breit, als unser Zug ebenfalls planmässig einfährt. Nachdem wir die Räder verladen haben, suchen wir unsere Schlafkabine auf – und plötzlich fällt der ganze Stress von uns ab. Die Kabine ist überraschend luxuriös! Sie bietet nicht nur zwei bequeme Betten, sondern auch einen kleinen Tisch mit zwei Sesseln, ein eigenes Badezimmer und sogar einen Kleiderständer mit Kofferablage. Wir können es kaum fassen und sind mehr als zufrieden. In dieser komfortablen Umgebung lassen wir den anstrengenden Tag hinter uns und freuen uns auf eine erholsame Nacht.

Am nächsten Morgen erreichen wir pünktlich Zürich – ausgeschlafen und bestens verpflegt. Die Nacht in der luxuriösen Schlafkabine hat uns die nötige Erholung gebracht, und das Frühstück im Zug war ausgezeichnet. Mit frischer Energie und schönen Erinnerungen im Gepäck treten wir die letzten Kilometer unserer Reise an, zufrieden und glücklich über das gelungene Ende unserer Tour.

Sylt

19. – 21. Tag, Ribe-Sylt, 52.5km, regnerisch, windig 16-19°C

Zuerst fuhren wir zum Naturdamm zu der Insel Mondø. Bei Flut ist die ‚Strasse‘ unter Wasser.

Der weitere Weg führte uns durch die weite, offene Landschaft des Wattenmeeres, bevor wir schliesslich den Rømødæmningen, den Damm zur Insel Rømø, erreichten. Die Fahrt über den 10km langen Damm war ein besonderes Erlebnis, mit Wasser und Watt so weit das Auge reicht. Seitenwind machte die Überfahrt anstrengend.

Auf der Insel Rømø fuhren wir direkt zu der Fähre, die uns von Havneby nach List auf Sylt bringen sollte. Die Überfahrt war ruhig. Schliesslich erreichten wir das aRosa Hotel in List welches sich nicht weit von der Fährenhafen befindet. Das luxuriöse Hotel bot den perfekten Ort zum Entspannen und Erholen. Unser Zimmer war geräumig und elegant eingerichtet, mit einem schönen Blick auf die Nordsee.

Der vierte Tag stand ganz im Zeichen der Erkundung von Sylt. Zu Fuss erkundeten wir die Insel und genossen die frische Seeluft und die wunderschöne Landschaft. Wir wanderten durch die Dünenlandschaft und entlang der Strände. Der Wind und Regen haben sich als unsere Begleiter abgewechselt.

Am Abend gingen wir Ausern in Sylter Royal essen. Ein Muss auf Sylt. Sehr schönes Ambiente und gutes Essen.

Am letzten Tag unseres Aufenthalts wollten wir einfach nur entspannen. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten wir es uns am Hotelpool gemütlich. Das warme Wasser und die angenehme Atmosphäre boten die perfekte Kulisse, um die Seele baumeln zu lassen und die Eindrücke der letzten Tage Revue passieren zu lassen.

Ribe und die Wikinger

18. Tag, Esbjerg – Ribe, 40km, 26°C 🌤️

Von Esbjerg aus führt der Weg zunächst entlang der Küste. Die Route ist gut ausgeschildert und folgt grösstenteils flachen, sehr gut ausgebauten Radwegen. Während der Fahrt bietet sich immer wieder der Blick auf die weite Nordsee, die mit ihrem Spiel aus Licht und Wasser eine beruhigende Kulisse bildet. Die frische Seeluft und das sanfte Rauschen der Wellen begleiten uns auf unserem Weg und sorgen für eine entspannte Atmosphäre.

Nach einigen Kilometern fahren wir durch die faszinierenden Marschlandschaften, die für diese Region so typisch sind. Diese weitläufigen, flachen Ebenen, die regelmässig von den Gezeiten überflutet werden, sind ein Paradies für Vögel und andere Wildtiere. Mit etwas Glück kann man hier Seeadler, Reiher und viele andere Vogelarten beobachten. Die Ruhe und Weite dieser Landschaft wirken fast meditativ und laden dazu ein, öfter mal anzuhalten und die Natur auf sich wirken zu lassen.

Schliesslich erreichen wir Ribe, die älteste Stadt Dänemarks. Ribe ist ein wahres Juwel, dessen mittelalterlicher Charme und gut erhaltene Architektur jeden Besucher in seinen Bann zieht. Die kopfsteingepflasterten Strassen, die farbenfrohen Fachwerkhäuser und der beeindruckende Dom zu Ribe erzählen von einer reichen Geschichte. Ein Bummel durch die Altstadt ist wie eine Reise in die Vergangenheit.

Besonders lohnenswert ist ein Besuch des Wikingermuseums, das spannende Einblicke in die Geschichte der Wikinger und ihrer Bedeutung für die Region bietet.

Während des Abendessens auf der Terrasse am Dorfplatz konnten wir die Schweizer Fussballmannschaft bei ihrem Sieg gegen Italien anfeuern.

Esbjerg und Fanø

16. & 17. Tag in Esbjerg, 44.2km. 🌤️ 26°C

Unser Abenteuer führte uns heute von Henne Strand nach Esbjerg, doch es gab einen unerwarteten Zwischenfall auf dem Weg. Einmal mussten wir umkehren, weil das Wasser den Radweg überflutet hatte. Aber solche Herausforderungen machen eine Radtour nur spannender. Nach etwa 40 Kilometern erblickten wir schliesslich Esbjerg am Horizont.

Bereits von weitem sieht man den grossen Hafen von Esbjerg, ein eindrucksvolles Bild, das die maritime Bedeutung der Stadt unterstreicht. Auch unser Hotel war schnell auszumachen, da dies das höchste Wohngebäude warder. Vorbei an den berühmten 9 Meter hohen Skulpturen „Mennesket ved Havet“, vier riesigen weissen Männerfiguren, die auf das Meer hinausblicken, erreichten wir unser Ziel: das Hotel ‚A Place To‘.

Das Hotel selbst ist ein architektonisches Highlight. Die moderne Bauweise mit dem  einzigartigen Design verleiht dem Gebäude ein futuristisches aussehen. Besonders beeindruckend ist der Blick aus unserem Zimmer im 15. Stock. Von hier aus hat man einen weiten Ausblick über die Stadt und den Hafen, was uns sofort begeisterte.

Esbjerg selbst ist eine Industriestadt, die vor allem durch ihre roten Ziegelhäuser geprägt ist. Für mich verdient sie daher den Spitznamen „Ziegelstadt“.

Wir machten uns auf den Weg, die Stadt zu erkunden und fanden die Einkaufsstrasse, die ein Stück vom Hotel entfernt liegt. Sie ist lang und hübsch herausgeputzt, perfekt für einen gemütlichen Spaziergang. Auf dem Hauptplatz gönnten wir uns ein lokales Bier und genossen die entspannte Atmosphäre.

Zum Abendessen kehrten wir ins Hotel zurück und besuchten das Restaurant im 17. Stock. Das Essen war hervorragend und das Restaurant gut besucht, was von seiner Qualität zeugt. Mit einem wunderbaren Blick über die nächtliche Stadt liessen wir den Tag ausklingen.

Ausflug auf die Insel Fanø

Ohne Gepäck und nur mit unseren Rädern machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg. Was uns dort erwartete, übertraf all unsere Erwartungen.

Unsere Reise begann mit einer kurzen Fährüberfahrt von Esbjerg nach Fanø. Die Überfahrt dauert nur etwa 12 Minuten und bietet einen ersten schönen Ausblick auf die Insel. Schon während der Fahrt fühlten wir die salzige Meeresbrise.

Von der Fähre aus fuhren wir direkt nach Nordby, dem charmanten Hauptort der Insel. Die Kopfsteinpflasterstrassen und die malerischen Reetdachhäuser versetzten uns sofort in eine andere Zeit. Unser nächstes Ziel war der Rindby Strand, einer der bekanntesten Strände der Insel. Der Weg dorthin führte uns durch wunderschöne Dünenlandschaften und Heideflächen. Angekommen, konnten wir den weiten weissen Sandstrand bewundern, der sich kilometerlang erstreckt.

Nach unserem Aufenthalt am Strand setzten wir unsere Fahrt in Richtung Süden fort, nach Sønderho. Die Strecke führte uns durch ein faszinierendes Dünengebiet. Sønderho selbst ist ein wahres Kleinod mit seinen verwinkelten Gassen und den historischen Häusern.

Der Tag verging wie im Flug. Auf der Rückfahrt hatten wir mit starken Gegenwind zu kämpfen.

Ein Fahrradausflug auf die Insel Fanø ist ein schönes Erlebnis. Die abwechslungsreiche Natur, die charmanten Dörfer und die weiten Strände bieten für jeden etwas. Besonders angenehm war es, ohne viel Gepäck unterwegs zu sein und sich ganz auf die Umgebung und den Moment einzulassen. Wir können Fanø wärmstens empfehlen.