15./16. Dezember
🛑 Die Realität des laotischen Roadtrips – Der Schlamm-Horror
Nach der Übernahme unseres Mietautos, Mahindra (indische Automarke) sind wir Richtung Berge gestartet. Google Maps ist der „Meinung“ dass es für 300km 10 Stunden braucht. Deswegen planten wir in 2 Etappen nach Phonesavan zu fahren.


Es handelt sich um die Hauptroute Nr. 13. Wir wussten, dass die Strasse schwierig sein würde, aber was wir auf dem Weg von Luang Prabang nach Phou Khoun vorfanden, war jenseits jeder Vorstellungskraft.
Die Hölle auf 130 Kilometern
Die Strecke, die als Hauptverbindungsachse zwischen Nord und Süd gelten müsste, war der blanke Horror!
Es war keine Strasse, es war eine Schlammpiste.
Wir haben in unseren vielen Reisen so etwas noch nie gesehen oder erlebt. Über weite Teile war die Piste völlig aufgeweicht und zerfurcht.
Fahrzeit-Schock: Für die gerade einmal 130 Kilometer brauchten wir unglaubliche sechseinhalb Stunden.
Auch alle grossen Lastwagen, die das Rückgrat der laotischen Logistik bilden, kämpfen sich auch durch diesen Schlamm. Das erhöht die Gefahr und macht das Vorankommen extrem schwierig.







Das Elend in den Dörfern: Die Dörfer entlang der Strecke sind ebenfalls voller Schlamm. Es war ein grauenhafter Anblick, der die harten Lebensbedingungen in dieser Bergregion gnadenlos offenbart.
Trotz der fahrtechnischen Herausforderung und des Schreckens ist die Landschaft um uns herum natürlich weiterhin spektakulär. Aber die Konzentration gilt heute ganz klar der Strasse.
🚿 Typisch Laos – Das Guesthouse-Abenteuer
Nach der mühsamen Fahrt nach Phou Khoun brauchten wir dringend Erholung. Wir kamen in einem neuen Guesthouse unter.
Auf den ersten Blick war alles tip top. Das Zimmer war neu und sauber. Doch dann kam die Überraschung der laotischen Bauweise:
Das Waschbecken hatte schlicht keinen Abfluss! Das Abwasser platschte dir einfach auf die Füsse, wenn du das Wasser laufen liessest.
Ein kleiner, unvergesslicher Moment des kuriosen Reisens, der uns zum Lachen brachte. Trotzdem: Die Nacht war ruhig, die Decken warm – die perfekte Basis für den nächsten harten Fahrtag.




🚧 Tag 16: Schlamm, Bagger und die Erlösung – Ankunft in Phonsavan
Heute stand uns der zweite Teil der Berg-Tortur bevor: die nächsten 130 Kilometer nach Phonsavan. Wir brachen früh auf, in der Hoffnung, das Schlimmste hinter uns zu haben. Leider wurden wir eines Besseren belehrt.
Tiefer Schlamm und die Lastwagen-Blockade
Die ersten 70 Kilometer waren in weiten Teilen schlimmer als gestern! Der Schlamm war noch tiefer und die Unebenheiten grösser. Unser Mietwagen wurde erneut auf eine extreme Probe gestellt – das war Fahren am Limit.








Der Höhepunkt dieses Strassen-Alptraums war eine Blockade: Zwei grosse Lastwagen hatten die gleiche enge Kurve nicht gleichzeitig erwischen können und blieben tief im Schlamm stecken.
Doch hier zeigte sich die laotische Improvisationskunst: Ein Bagger arbeitete bereits in der Nähe. Kurzerhand schüttete der Baggerfahrer eine neue Möglichkeit neben der Blockade aus, und wir konnten so durchkommen – ein echtes Roadtrip-Glück im Unglück!


Die wohlverdiente Ebene
Nach dieser harten Prüfung kam die Belohnung: Die letzten 60 Kilometer hatten tatsächlich sehr viel, sogar gute Strasse. Wir konnten aufatmen und endlich ein normales Tempo fahren.


Bevor wir zu unserer Unterkunft fuhren, war klar: Das Auto musste dringend gereinigt werden. Nach den zwei Schlammschlachten liessen wir das Fahrzeug zuerst gründlich waschen.

Jetzt sind wir in Phonsavan, dem Tor zur Ebene der Tonkrüge. Die Anreise war hart, aber wir haben es geschafft!