Schlagwort-Archive: Mekong Delta

Mekong Delta

🚐 2. Januar: Mit dem Minibus ins Grüne
Unsere Premiere mit dem lokalen Transportmittel verlief absolut reibungslos. Die Fahrt im Minibus war pünktlich und angenehm, sodass wir bereits vor 14 Uhr in unserer neuen Oase ankamen.

Was wir auf der Fahrt von Ho Chi Minh City nach Can Tho besonders genossen haben und was unbedingt erwähnt werden muss: Die Landschaft war einfach traumhaft. Wir sind durch wunderschöne, saftig grüne Reisfelder gefahren, die sich bis zum Horizont erstreckten. Dazwischen immer wieder riesige Palmenplantagen, die das typische Bild des Mekong-Deltas prägen. Diese Fahrt war ein echter Genuss für die Augen und hat uns gezeigt, wie fruchtbar und lebendig diese Region ist.


Rückzugsort im Phi Yến Eco Resort
Wir haben das Phi Yến Eco Resort bezogen und sind begeistert: Die Anlage ist sehr gepflegt und schön angelegt. Wir bewohnen ein grosses, funktionales und vor allem sauberes Zimmer in einem der Doppelhäuser. Das absolute Highlight ist unsere Terrasse direkt am Wasser. Mit den bequemen Liegebetten ist es der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen und die friedliche Atmosphäre des Deltas aufzusaugen.

🛶 3. Januar: Sonnenaufgang und Markttreiben auf dem Mekong
Heute hiess es früh aufstehen: Bereits um 05:30 Uhr starteten wir unsere private Bootstour zum Cai Rang Floating Market.

Morgendliche Idylle und das Erwachen des Flusses
Die Hinfahrt war fast schon magisch. Es war noch dunkel, und die friedliche Stille auf dem Mekong wurde nur vom rhythmischen Tuckern unseres Bootsmotors unterbrochen. Um 06:15 Uhr kündigte sich der Tag an. Da es etwas bewölkt war, zeigte sich der Sonnenaufgang zwar eher dezent, aber die Lichtstimmung auf dem Wasser war trotzdem besonders.

Cai Rang: Spektakel und Abgase
Am Markt angekommen, tauchten wir in eine andere Welt ein. Der Floating Market ist mittlerweile eine riesige Touristenattraktion. Gefühlt tausend Boote tummelten sich auf dem Wasser. Die vielen Motoren stiessen enorm viele Abgase aus, was die Luft zeitweise recht dick machte.
Nichtsdestotrotz war es faszinierend zu beobachten, wie die Waren von Boot zu Boot wanderten und wie geschäftig das Leben auf dem Fluss ist.

Wir besuchten zudem eine Nudelfarm und bekamen einen Einblick in die traditionelle Herstellung der Reisnudeln.

Abstecher in den Dschungel
Zum Abschluss der Tour bogen wir in einen schmalen, verwachsenen Kanal ab. Hier war es schlagartig ruhig. Überall saftiges Grün und Palmen, die über das Wasser ragten – ein wunderbarer Kontrast zum Trubel des Marktes.

Pünktlich zum Frühstück wurden wir zurück in unser Resort gebracht. Den Rest des Vormittags haben wir auf unserer Terrasse verbracht. Mit Blick auf den Garten und die üppige Umgebung lassen wir die Eindrücke des frühen Morgens Revue passieren. Ein sehr interessanter Ausflug, der uns trotz der vielen Touristen sehr gefallen hat!

🌏 Wissenswertes über den mächtigen Mekong
Während wir auf unserer Terrasse sitzen und dem Fluss zuschauen, wird uns erst bewusst, welche Dimensionen dieser Strom hat:
Gewaltige Länge: Mit rund 4’350 Kilometern ist der Mekong einer der längsten Flüsse der Erde. Er entspringt im tibetischen Hochland und durchfliesst sechs Länder (China, Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und schliesslich Vietnam).
Geheimnisvolle Tiefe: Die Tiefe variiert extrem. Im Mekong-Delta ist er meist zwischen 10 und 20 Meter tief, aber in den schmalen Felsschluchten von Laos wurden Stellen mit bis zu 100 Metern Tiefe gemessen – dort leben auch die letzten der riesigen, seltenen Mekong-Riesenwelse.
Warum ist er so braun? Die charakteristische «Milchkaffee-Farbe» ist kein Schmutz, sondern ein Zeichen für enorme Fruchtbarkeit. Der Fluss transportiert gewaltige Mengen an Sedimenten und nährstoffreichem Schlamm aus dem Himalaya und den Gebirgen von Laos bis hierher ins Delta. Ohne diesen Schlamm wäre Vietnam nicht einer der grössten Reisexporteure der Welt.
Ebbe und Flut im Fluss: Obwohl wir uns hier tief im Landesinneren befinden, spürt man den Einfluss des Meeres deutlich. Das Mekong-Delta ist so flach, dass die Gezeiten des Südchinesischen Meeres das Wasser des Flusses täglich zweimal «aufstauen» (Flut) und wieder abfliessen lassen (Ebbe). Das führt dazu, dass der Mekong hier im Delta tatsächlich seine Fliessrichtung ändern kann!

🚲 4. Januar: Das Leben am Wasser – Perspektivwechsel auf zwei Rädern
Heute haben wir die Boote gegen Fahrräder getauscht. Das Phi Yến Eco Resort hat uns netterweise gratis Räder zur Verfügung gestellt.

Obwohl die Räder technisch gesehen ihre besten Zeiten wohl schon hinter sich hatten, erfüllten sie ihren Zweck: Wir sind etwa 20 Kilometer weit geradelt. Die Route führte uns direkt an den unzähligen Kanälen entlang. Es war eine tolle Gelegenheit, den Menschen hier ganz nah zu kommen und zu sehen, wie sie ihren Alltag am und auf dem Wasser gestalten.

Die tropische Sonne hat uns allerdings ordentlich eingeheizt. Da es sehr heiss war, haben wir uns gegen eine noch längere Tour entschieden und sind rechtzeitig in den Schatten zurückgekehrt. Es war die richtige Entscheidung, das Tempo der Hitze anzupassen – ganz im Sinne der lokalen Lebensweise.

✈️ Ausblick: Ab auf die Insel – Flug nach Phú Quốc
Morgen, am 5. Januar, verlassen wir das Festland und den Mekong. Es geht auf die grösste Insel Vietnams: Phú Quốc.