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Pakse

🚗 29. Dezember: Abschied vom treuen Mahindra und Kolonialflair in Pakse
Heute hiess es Abschied nehmen von unserem fahrbaren Untersatz. Wir sind bereits gegen Mittag in Pakse angekommen, um den Tag entspannt ausklingen zu lassen.

Die Stadt zwischen zwei Flüssen
Pakse ist die Hauptstadt der Provinz Champasak und liegt strategisch günstig am Zusammenfluss von Mekong und Sedone.
Eindruck: Im Vergleich zu vielen anderen Orten, die wir in Laos gesehen haben, wirkt Pakse deutlich aufgeräumter und sauberer.
Atmosphäre: Die Stadt wurde 1905 von den Franzosen gegründet, was man heute noch an der charmanten Kolonialarchitektur sieht. Sie gilt als das wirtschaftliche Zentrum Süduaostasiens, wirkt aber trotzdem angenehm entspannt.

Vorbereitungen für den Jahreswechsel
Während Stefan sich beim Barber für Silvester vorbereitet hat (die Frisur sitzt!), haben wir unser Quartier im Hotel Athena bezogen. Ein wunderschönes Haus im Kolonialstil, das uns sofort begeistert hat. Nach dem gestrigen Desaster ist dies die perfekte Entschädigung.

Abschied vom Mahindra
Die Autoabgabe verlief absolut reibungslos. Unser Mahindra war die perfekte Wahl für diese Reise: Er hat uns treu über die schlimmsten Schlaglochpisten und durch den tiefsten Staub getragen. Ohne diesen robusten Wagen hätten wir viele der abgelegenen Orte nie so sicher erreicht.

Planung ist alles
Jetzt geniessen wir das süsse Nichtstun am Pool. Es ist ein befreiendes Gefühl: Alles bis zum 8. Januar ist durchgeplant und organisiert. Wir müssen uns um nichts mehr kümmern, ausser pünktlich am Gate zu stehen. Wir sind gespannt, wie wir ohne den Mahindra vorankommen – der Wechsel auf lokale Transportmittel wird sicher ein neues Abenteuer!


✈️ Ausblick: Aufbruch nach Vietnam
Morgen Vormittag, am 30. Dezember, heben wir mit Lao Airlines ab. Das Ziel: Ho Chi Minh City.
Vom Dorf in die Megacity: Wir tauschen die Beschaulichkeit von Laos gegen das wuselige Saigon mit seinen Millionen von Rollern.
Silvester in Vietnam: Wir werden den Jahreswechsel in einer der lebendigsten Städte Asiens erleben – ein krasser Gegensatz zur Stille am Mekong!

Bolaven-Plateau

27. Dezember: Kaffee-Kultur und Enttäuschung
Der Aufbruch zum Bolaven-Plateau begann vielversprechend. Wir tauchten ein in die Welt des laotischen Kaffees und besuchten Mr. Vieng’s Coffee Homestay. Die Führung durch die Plantage war äusserst informativ – es ist faszinierend zu sehen, was nötig ist bis zu einer Tasse Kaffee.

Danach standen die ersten Wasserfälle auf dem Programm: Tad Hang und Tad Lo. Beide waren nett anzusehen und boten eine schöne Kulisse für den Start unserer Plateau-Tour.

Die Ankunft in unserer Unterkunft, SABAIDEE VALLEY Resort, war leider ein Albtraum. OmG, unser Zimmer wurde seit einer Ewigkeit nicht geputzt! Überall Staub, Flecken und eine abgestandene Luft. Als wir lüften wollten, zerbröselten uns fast die Fenster in den staubverklebten Rahmen. Die Krönung: Eine Badewanne voller Ameisen, die wir erst einmal mit Mückenspray bekämpfen mussten. Die ganze Anlage wirkt ungepflegt – einzig der Pool ist neuer und sauber und rettet uns den Aufenthalt einigermassen.

🌊 28. Dezember: Spektakuläre Fälle und Pool-Flucht
Heute haben wir das Beste aus der Situation gemacht und sind zu den berühmten Wasserfällen der Region aufgebrochen:
Tad Fane: Der imposante Doppel-Wasserfall, der über 100 Meter in die Tiefe stürzt. Ein gewaltiger Anblick!

Tad Gneuang (Yuang): Dieser Wasserfall hat uns viel besser gefallen. Nicht nur der Fall selbst ist schön, sondern die gesamte Umgebung lädt viel mehr zum Verweilen ein und wirkt gepflegter als die touristische Abfertigung an anderen Orten.

Den Rest des Tages haben wir sicherheitshalber am Pool verbracht – dort ist es sauberer als im Zimmer. Wir zählen bereits die Stunden und freuen uns riesig auf die morgige Abreise aus diesem „Gruselkabinett“.

Champasak

🎄 24. Dezember: Heiligabend am Mekong – Von der Piste ins Paradies

Der heutige Tag war geprägt von der längsten Fahretappe unserer Reise: 365 Kilometer von Thakhek nach Champasak.

Der Start war typisch laotisch: Die Strasse war anfangs katastrophal, was uns nach den letzten Tagen aber kaum noch überraschte. Doch dann geschah das Wunder – der Belag wurde gut! Ein echter Segen waren die thailändischen PTT-Tankstellen entlang der Route. Die dortigen Amazon Cafés sind für uns zu kleinen Rettungsinseln geworden; der gute Kaffee und die erfrischenden Getränke haben die langen Stunden im Auto deutlich angenehmer gemacht.

Punkt 17 Uhr haben wir unser Ziel erreicht und was sollen wir sagen: Das The River Resort ist ein Traum. Es liegt inmitten eines weitläufigen Naturparks direkt am Ufer des Mekong. Wir bewohnen den oberen Teil einer Villa und haben das Privileg, direkt vom Bett aus auf den majestätischen Fluss zu schauen. Ein Ausblick, den man so schnell nicht vergisst.

Weihnachten unter Palmen
Unseren Heiligabend haben wir ganz entspannt im Hotel-Restaurant verbracht. Bei sommerlichen 28 Grad und dem Rauschen des Mekong im Hintergrund war es ein ganz besonderes Fest. Fernab von Kälte und Stress haben wir die Ruhe und das gute Essen genossen.

🏛️ 25. Dezember: Weihnachtsruhe und die Wiege der Khmer-Kultur

Nach einer herrlich ruhigen Nacht – ganz ohne die übliche Geräuschkulisse aus Karaoke oder Strassenlärm – starteten wir tiefentspannt mit einem Frühstück am Pool in den Weihnachtstag. Wir haben uns so in die Ruhe und den Ausblick verliebt, dass wir unseren Aufenthalt im Resort spontan um eine Nacht verlängert haben. Wir bleiben also bis Samstag!


Vat Phou: Ein Hauch von Angkor in Laos
Wir haben die beeindruckende Tempelanlage Vat Phou besucht. Es ist faszinierend, wie sich die Anlage den Hang des Lingaparvata-Berges hinaufzieht. Auch wenn man auf dem Weg nach oben leider ständig der Kuhscheisse ausweichen muss (die heiligen Rinder nehmen ihre Freiheit hier sehr ernst!), ist die Anlage äusserst interessant. Der Blick von ganz oben über das Mekong-Tal ist schlichtweg atemberaubend und entschädigt für jeden mühsamen Schritt.


Wissenswertes über Vat Phou (UNESCO-Weltkulturerbe):
Alter: Die Ursprünge reichen bis ins 5. Jahrhundert zurück, die heute sichtbaren Ruinen stammen meist aus dem 11. bis 13. Jahrhundert. Damit ist Vat Phou älter als viele Tempel in Angkor Wat (Kambodscha).
Bedeutung: Es war ein religiöses Zentrum des Khmer-Reiches. Ursprünglich wurde hier der Gott Shiva verehrt (Hinduismus), später wurde die Anlage zu einem buddhistischen Heiligtum umgewandelt.

🍽️ Weihnachtsfest
Der Weihnachtsabend wurde durch ein echtes Highlight gekrönt: Wir waren in Soum Noum Restaurant in Champasak essen und hatten ein fantastisches Weihnachtsmenü. In der stimmungsvollen Atmosphäre konnten wir den Tag bei hervorragendem Essen Revue passieren lassen. Es war genau der richtige Rahmen, um die Feiertage in der Ferne zu zelebrieren – weit weg vom Trubel, dafür mit viel Genuss.

☀️ 26. Dezember: Die Kunst des Nichtstuns
Heute ist der grosse Tag der Erholung. Nach den vielen Erlebnissen am Vat Phou und den tausenden Schlaglöchern der letzten Wochen schalten wir nun ganz bewusst einen Gang zurück.
Programm: Chillen am Pool.
Aussicht: Der Mekong, der gemächlich an unserer Villa vorbeifliesst.
Mission: Die Ruhe des Resorts in vollen Zügen einsaugen, bevor es morgen wieder auf Achse geht.

Loop und Thakhek

🏍️ 22. Dezember: Stausee-Idylle und das grosse Schlagloch-Finale
Die Schlussetappe des Loops nach Thakhek war eine Reise der Gegensätze. Wir haben heute wieder einmal erlebt, wie unberechenbar das Reisen in Laos sein kann.

Der erste Teil der Strecke war ein Genuss: Sehr gute Strassen fast ohne Verkehr und eine friedliche Atmosphäre. Wir sind durch die Gegend gefahren, wo für einen riesigen Stausee (Nam Theun 2) grosse Flächen geflutet wurden. Die aus dem Wasser ragenden, abgestorbenen Bäume erzeugen eine ganz eigene, mystische Stimmung. Auch wenn wir die dort lebenden Elefanten leider nicht zu Gesicht bekommen haben, war die Ruhe auf diesem Abschnitt herrlich.

Das 40-Kilometer-Chaos
Dann zeigte Laos wieder sein anderes Gesicht: Wenn die Laoten etwas kaputt machen, dann richtig! Die letzten 40 Kilometer vor Thakhek waren eine absolute Katastrophe. Für dieses kurze Stück haben wir stolze 1,5 Stunden gebraucht. Es war eine ziemliche Tortur für Mensch und Maschine, bis wir uns endlich durch den Kraterparcours gekämpft hatten.


Oase im „Iglo“
Die Belohnung wartete in Thakhek auf uns: Wir haben unser „Iglo“ bezogen – eine wirklich tolle und aussergewöhnliche Unterkunft inmitten eines wunderschönen Palmengartens. Nach dem Staub der Strasse ist dieser grüne Rückzugsort genau das Richtige.

Erster Eindruck von Thakhek
Thakhek gefällt uns auf Anhieb besser als die bisherigen Städte. Es wirkt freundlicher, es gibt deutlich weniger Staub und – man glaubt es kaum – es gibt sogar Trottoirs! Es tut gut, wieder einmal entspannt ein paar Schritte zu Fuss gehen zu können.

🛕23. Dezember: Spirituelle Einblicke und Vorbereitungen
Heute stand im Zeichen der Ruhe vor dem grossen Sturm (oder besser: der grossen Fahrt). Wir haben den Tag genutzt, um eines der bedeutendsten Heiligtümer der Region zu besuchen und uns logistisch auf den morgigen Tag vorzubereiten.

Wir sind zum Phathat Sikhottabong Stupa gefahren. Dieser vergoldete Stupa gilt als einer der heiligsten Orte des Landes. Viele Pilger waren da. Es ist ein lebendiger Ort, kein Museum, und das sieht man ihm an. Die ganze Anlage ist nicht gerade im rosigen Zustand.

Der Rest des Tages war der Vorbereitung gewidmet. Nach dem vielen Staub der letzten Tage haben wir das Auto waschen lassen und für die grosse Fahrt morgen getankt. Den Nachmittag geniessen wir jetzt ganz entspannt in unserem herrlichen Palmengarten bei unserem „Iglo“.


🚗 Ausblick:
Morgen, am 24. Dezember, wartet die wohl grösste fahrerische Herausforderung der bisherigen Reise auf uns: 365 Kilometer von Thakhek bis nach Champasak.

The Rock Challenge

🧗 21. Dezember: Adrenalin auf den Felsen und Panoramapause

Heute sind wir ein kurzes Stück zurückgefahren, um den Tag beim spektakulären The Rock ViewPoint zu verbringen. Die Interessen waren dabei klar verteilt:

Stefans Zip Line/ Kletterabenteuer
Stefan hat sich heute für die sportliche Herausforderung entschieden und eine geführte Tour über die schroffen Kalksteinfelsen gebucht. Mit Ziplines und schwankenden Hängebrücken balanciert er hoch über dem Abgrund von Fels zu Fels. Für Fans von Höhe und Action ein absolutes Muss!

1. Erste Zip Line 🎬

2. Spider Net 🎬

3. Long Zip Line 🎬

4. One of many Zip Lines 🎬

5. Via Ferrata 🎬

Entspannung mit Aussicht
Für mich war klar: Das ist nichts für meine Nerven! Während Stefan also sein Abenteuer bestreitet, habe ich es mir am Viewpoint gemütlich gemacht. Von hier oben hat man einen fantastischen Blick über das «Steinmeer» von Laos. Es ist der perfekte Ort, um einfach mal die Seele baumeln zu lassen, Fotos zu machen und darauf zu warten, dass ein (hoffentlich) begeisterter Stefan von seinen Kletterpartien zurückkehrt.

🏍️ Ausblick: Weiter auf dem Loop nach Thakhek
Morgen, am 22. Dezember, setzen wir unsere Reise fort. Es steht die Schlussetappe des berühmten Loops an, die uns bis nach Thakhek führt.

Reise Tage in den Süden

19./20. Dezember: Phonsavan – Pakxan – Kong Lor Cave, 213km & 169km

🚜 19. Dezember: Staub, Schlaglöcher und die Realität der Strasse
Heute stand uns der Sinn nach Vorwärtskommen, aber die Strassen von Laos hatten andere Pläne. Die Fahrt nach Pakxan war eine echte Geduldsprobe.

Die Fahrt: Ein Slalom-Marathon
Statt entspanntem Reisen hiess es heute: Schlaglöchern ausweichen. Die Piste war in einem katastrophalen Zustand und der allgegenwärtige Staub kroch durch jede Ritze. Solche Etappen gehören zur Realität in Laos dazu, zehren aber ordentlich an den Nerven.

Ankunft in Pakxan
Um ehrlich zu sein: Pakxan wird nicht unser Lieblingsort. Die Stadt wirkt eher funktional und wenig einladend, und auch unsere Unterkunft war leider kein Glücksgriff (es gab kaum Auswahl). Manchmal erwischt man auf Reisen eben diese Orte, die man am liebsten schnell wieder im Rückspiegel sieht.

Der Lichtblick: Ein gutes Kaffee
Den Tag gerettet hat uns ein nettes Kaffee, das wir glücklicherweise entdeckt haben. Gutes Essen und ein Moment der Ruhe in einer angenehmen Atmosphäre waren genau das, was wir nach der staubigen Fahrt gebraucht haben. Es ist oft diese eine gute Mahlzeit, die die Stimmung an so einem Tag wieder hebt

🚣 20. Dezember: Von der Flucht zum unterirdischen Abenteuer
Nach einer sehr lauten Nacht und wenig Schlaf im Hotel in Pakxan gab es für uns am Morgen nur eines: Nichts wie weg! Wir sind früh aufgebrochen, um die staubige Stadt hinter uns zu lassen und in Richtung des berühmten «Loops» zu fahren.

Eine Strasse voller Überraschungen
Die Fahrt Richtung The Rock Viewpoint hat uns positiv überrascht. Nachdem wir gestern nur mit Schlaglöchern gekämpft hatten, war die Strasse heute erstaunlich gut und lochfrei – zumindest bis kurz vor den Viewpoint, wo die Piste dann doch wieder ihren laotischen Charakter zeigte.

Beim View Point gingen wir den angelegten 20 minütigen Weg durch die Felsen und Jungle.

Das Highlight: Die Kong Lor Cave
Da wir unsere Unterkunft in der Nähe der Höhle bereits um 14 Uhr erreichten, hielt uns nichts mehr zurück. Wir machten uns sofort auf den Weg zur Kong Lor Cave.

Es war ein absolut faszinierendes und abenteuerliches Erlebnis: 7,5 Kilometer ging es mit dem Longtail-Boot durch die tiefe Dunkelheit der riesigen Höhle.

Es war echte Teamarbeit gefragt: An den flachen Stellen mussten wir mithelfen, das Boot über die Sandbänke zu heben, bevor die Fahrt weitergehen konnte.

Nach der Durchquerung der gesamten Höhle ging es denselben Weg durch das unterirdische System wieder zurück.

Gemütlicher Ausklang
Nach diesem Adrenalinkick am Nachmittag war die warme Dusche in unserer Holzhütte eine wahre Wohltat. Den Tag haben wir bei einem sehr guten Nachtessen direkt in unserer Unterkunft ausklingen lassen. Ein krasser Gegensatz zum gestrigen Tag und ein absoluter Höhepunkt unserer Reise!

Phonsavan

17./18. Dezember, 1’130müM

🏺 17. Dezember: Rätselhafte Geschichte und laotisches Handwerk
Nach der Schlammschlacht der letzten Tage startete der heutige Morgen in Phonsavan absolut perfekt. Unser Sipanya Guesthouse ist sehr gut. Nach einem sehr guten Frühstück in Honey cafe & Slow Bar: herrlicher Cappuccino und frisch gemachten Pancakes tankten wir die nötige Energie für unseren Erkundungstag.

Die Ebene der Tonkrüge (Plain of Jars) 1 & 2
Das Wetter spielte mit – es war perfekt, um die berühmte Plain of Jars zu besichtigen.

Diese riesigen, tonnenförmigen Gefässe aus Stein sind über 2000 Jahre alt und geben Forschern bis heute Rätsel auf. Wer hat sie gemacht? Und wofür wurden sie wirklich genutzt?
Site 1: Die grösste Fundstelle mit hunderten von Krügen, darunter der massive „Königskrug“.

Site 2: Diese liegen malerisch auf Hügeln und in kleinen Wäldern.
Es ist ein mystischer Ort, der einen ehrfürchtig werden lässt, wenn man zwischen diesen uralten Zeugen der Geschichte steht. Film 🎬

Ein Zeichen von Resilienz: Die Metal Spoon Makers
Zum Abschluss des Tages besuchten wir die Metal Spoon Makers im Dorf Ban Napia. Es ist beeindruckend und zugleich berührend zu sehen, wie die Menschen hier mit ihrer Geschichte umgehen.
Sie nutzen das Metall von Kriegsschrott und Blindgängern, die während des Vietnamkriegs über Laos abgeworfen wurden, schmelzen es ein und giessen daraus Löffel und Schmuck. Aus Werkzeugen der Zerstörung entstehen so nützliche Alltagsgegenstände – ein starkes Symbol für den Überlebenswillen der laotischen Bevölkerung.

Auf dem Weg zurück

🌲 18. Dezember: Stufen zum Himmel und die Schatten der Vergangenheit
Unser zusätzlicher Tag in Phonsavan war alles andere als langweilig. Wir haben ihn genutzt, um noch tiefer in die Landschaft und die bewegte Geschichte dieser Region einzutauchen.
Wanderung zum Phu Kheng Jars Quarry
Heute hiess es noch einmal: Wanderschuhe schnüren! Wir haben den Phu Kheng Jars Quarry besucht. Dieser Ort ist besonders faszinierend, da es sich um den Steinbruch handelt, aus dem viele der riesigen Krüge stammen.
Der Weg dorthin war sportlich: Unzählige Stufen, ca. 1’200, führten uns hinauf durch wunderschöne Pinienwälder. Die Anstrengung wurde mit einer tollen Aussicht über die gesamte Hochebene belohnt. Es ist eindrücklich zu sehen, wie die halbfertigen Krüge dort liegen geblieben sind, als wäre die Arbeit von einem Moment auf den anderen unterbrochen worden.

Berührende Einblicke im MAG Center
Nach der Natur am Vormittag folgte ein Besuch, der uns sehr nachdenklich gestimmt hat: das MAG Center (Mines Advisory Group).
Es ist zutiefst bedenklich, was sich Menschen gegenseitig antun. Dass Laos das am meisten verbombte Land der Welt ist (im Verhältnis zur Einwohnerzahl), war eine Information, die uns in dieser Deutlichkeit neu war. Zu sehen, wie viele Blindgänger (UXO) heute noch das Leben der Menschen bedrohen, rückt die Schönheit der Landschaft in ein ganz anderes, ernsteres Licht. Es macht ehrfürchtig vor der Resilienz der Laoten, die trotz dieser Last so freundlich geblieben sind.

🚗 Ausblick: Die Reise geht weiter nach Pakxan
Morgen, am 19. Dezember, verlassen wir die Hochebene und machen uns auf den Weg nach Pakxan (auch Paksan genannt). Das bedeutet wieder eine längere Fahrt in Richtung Süden, an den Mekong zurück.

Der Weg nach Phonesavan

15./16. Dezember

🛑 Die Realität des laotischen Roadtrips – Der Schlamm-Horror
Nach der Übernahme unseres Mietautos, Mahindra (indische Automarke) sind wir Richtung Berge gestartet. Google Maps ist der „Meinung“ dass es für 300km 10 Stunden braucht. Deswegen planten wir in 2 Etappen nach Phonesavan zu fahren.

Es handelt sich um die Hauptroute Nr. 13. Wir wussten, dass die Strasse schwierig sein würde, aber was wir auf dem Weg von Luang Prabang nach Phou Khoun vorfanden, war jenseits jeder Vorstellungskraft.


Die Hölle auf 130 Kilometern
Die Strecke, die als Hauptverbindungsachse zwischen Nord und Süd gelten müsste, war der blanke Horror!
Es war keine Strasse, es war eine Schlammpiste.
Wir haben in unseren vielen Reisen so etwas noch nie gesehen oder erlebt. Über weite Teile war die Piste völlig aufgeweicht und zerfurcht.
Fahrzeit-Schock: Für die gerade einmal 130 Kilometer brauchten wir unglaubliche sechseinhalb Stunden.
Auch alle grossen Lastwagen, die das Rückgrat der laotischen Logistik bilden, kämpfen sich auch durch diesen Schlamm. Das erhöht die Gefahr und macht das Vorankommen extrem schwierig.

Das Elend in den Dörfern: Die Dörfer entlang der Strecke sind ebenfalls voller Schlamm. Es war ein grauenhafter Anblick, der die harten Lebensbedingungen in dieser Bergregion gnadenlos offenbart.
Trotz der fahrtechnischen Herausforderung und des Schreckens ist die Landschaft um uns herum natürlich weiterhin spektakulär. Aber die Konzentration gilt heute ganz klar der Strasse.

🚿 Typisch Laos – Das Guesthouse-Abenteuer
Nach der mühsamen Fahrt nach Phou Khoun brauchten wir dringend Erholung. Wir kamen in einem neuen Guesthouse unter.
Auf den ersten Blick war alles tip top. Das Zimmer war neu und sauber. Doch dann kam die Überraschung der laotischen Bauweise:
Das Waschbecken hatte schlicht keinen Abfluss! Das Abwasser platschte dir einfach auf die Füsse, wenn du das Wasser laufen liessest.
Ein kleiner, unvergesslicher Moment des kuriosen Reisens, der uns zum Lachen brachte. Trotzdem: Die Nacht war ruhig, die Decken warm – die perfekte Basis für den nächsten harten Fahrtag.

🚧 Tag 16: Schlamm, Bagger und die Erlösung – Ankunft in Phonsavan
Heute stand uns der zweite Teil der Berg-Tortur bevor: die nächsten 130 Kilometer nach Phonsavan. Wir brachen früh auf, in der Hoffnung, das Schlimmste hinter uns zu haben. Leider wurden wir eines Besseren belehrt.


Tiefer Schlamm und die Lastwagen-Blockade
Die ersten 70 Kilometer waren in weiten Teilen schlimmer als gestern! Der Schlamm war noch tiefer und die Unebenheiten grösser. Unser Mietwagen wurde erneut auf eine extreme Probe gestellt – das war Fahren am Limit.

Video 1, Video 2

Der Höhepunkt dieses Strassen-Alptraums war eine Blockade: Zwei grosse Lastwagen hatten die gleiche enge Kurve nicht gleichzeitig erwischen können und blieben tief im Schlamm stecken.
Doch hier zeigte sich die laotische Improvisationskunst: Ein Bagger arbeitete bereits in der Nähe. Kurzerhand schüttete der Baggerfahrer eine neue Möglichkeit neben der Blockade aus, und wir konnten so durchkommen – ein echtes Roadtrip-Glück im Unglück!


Die wohlverdiente Ebene
Nach dieser harten Prüfung kam die Belohnung: Die letzten 60 Kilometer hatten tatsächlich sehr viel, sogar gute Strasse. Wir konnten aufatmen und endlich ein normales Tempo fahren.

Bevor wir zu unserer Unterkunft fuhren, war klar: Das Auto musste dringend gereinigt werden. Nach den zwei Schlammschlachten liessen wir das Fahrzeug zuerst gründlich waschen.


Jetzt sind wir in Phonsavan, dem Tor zur Ebene der Tonkrüge. Die Anreise war hart, aber wir haben es geschafft!

Luang Prabang

13.-15. Dezember

🇱🇦 Tag 12: Ein königlicher Empfang in Luang Prabang
Der Abschied von Chiang Mai fiel uns nicht leicht, aber die Vorfreude auf Laos hat uns schnell mitgerissen. Nach einem kurzen Flug sind wir in Luang Prabang gelandet – und die Ruhe, die dieser UNESCO-Weltkulturerbe-Ort ausstrahlt, hat uns sofort verzaubert.

Die luxuriöse Oase: Victoria Xiengthong Palace
Die Wahl unseres Quartiers hätte nicht besser sein können. Wir wohnen im Victoria Xiengthong Palace, einem traumhaft schönen Hotel direkt am Mekong, das einst ein königlicher Rückzugsort war. Wir sind richtig begeistert!
Wir haben eine Suite im 2. Stock bezogen, die uns mit ihrem Charme und Komfort überzeugt hat. Es fühlt sich an wie ein Eintauchen in die Geschichte von Laos, aber mit allen modernen Annehmlichkeiten.

Kulinarischer Auftakt
Nach dem Check-in entschieden wir uns für einen gemütlichen Abend und wählten das Hotelrestaurant für unser erstes laotisches Abendessen. Die Küche war ausgezeichnet 👍🏻.

Ein ruhiger, luxuriöser Start in Laos, der uns perfekt auf die gelassene Atmosphäre des Landes eingestimmt hat.

🍹 Tag 13: Kolonialer Charme am Mekong – Côte d’Azur im Laos-Stil
Nach dem luxuriösen Start gestern hiess es heute: Luang Prabang in Ruhe erkunden! Wir verliessen unseren Palast und spazierten durch die Gassen und Hauptstrassen dieser bezaubernden Stadt.

Unser erster Eindruck hat sich bestätigt: Luang Prabang ist richtig nett und herausgeputzt. Die Stadt ist unglaublich charmant und durch die koloniale Architektur – die vielen alten Holzhäuser und Villen aus der französischen Zeit – fühlt es sich an wie eine Zeitreise.
Diese einzigartige Mischung aus der entspannten laotischen Gelassenheit und den eleganten kolonialen Bauten hat uns zu einem besonderen Vergleich inspiriert: Die Stadt erinnert uns an die Côte d’Azur, aber mit karibischem Flair!

Die Tempel, die palmengesäumten Gassen und die friedliche Stimmung am Fluss kreieren eine schöne Atmosphäre die nur durch unzählige chinesischen Touristen gestört wird.

Den Nachmittag verbrachten wir gemütlich auf unserem Balkon im Hotel.


🛣️ Nächster Ziel: Die Ebene der Tonkrüge
Die Planung hat ergeben, dass die Strassen in Laos in einem desolaten Zustand sind (150km in 5 Stunden!). Deswegen teilen wir die Strecke zu unserem nächsten grossen Ziel auf:
Morgen, am 15. Dezember, geht es mit dem Mietauto los in Richtung Phonsavan, bekannt für die mysteriöse Ebene der Tonkrüge. Weil die Strasse schlecht ist, legen wir einen Zwischenstopp in Phou Khoun ein. Das wird ein intensiver Reisetag, aber wir freuen uns auf neue Herausforderungen.