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Siem Reap

✈️ 15. Januar: Flug in den Norden – Von der Küste zu den Tempeln

Heute hiess es Abschied nehmen von unserem Inselparadies auf Koh Russey. Die Reise führte uns zurück zum Festland und weiter zum Flughafen Sihanoukville (KOS).
Mit Air Cambodia ging es in einem kurzen, angenehmen Flug direkt nach Siem Reap. Der Kontrast könnte nicht grösser sein – von der absoluten Ruhe der Privatinsel hinein in das pulsierende, geschichtsträchtige Herz Kambodschas.

Wir sind nun für vier Nächte im Viroth’s Hotel eingezogen. Wer Design liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Das Hotel ist eine Hommage an die 1950er-Jahre, kombiniert mit viel Grün und einer unglaublichen Liebe zum Detail.

Nach der Abgeschiedenheit auf Koh Russey geniessen wir jetzt den urbanen Luxus. Die Lage ist perfekt: ruhig genug zum Entspannen, aber nahe genug am Fluss und den kleinen Gassen von Siem Reap, um die Stadt zu Fuss zu erkunden.
Man merkt sofort, warum dieses Hotel so viele Auszeichnungen erhält – die Professionalität und Herzlichkeit sind auf einem ganz anderen Level. Nach dem Flug genossen wir die erste Erfrischung im Hotel.

🍽️ Ein kulinarischer Olymp: Embassy by Chef Kimsan
Bevor Stefan das Bett hüten musste, erlebten wir gestern Abend ein absolutes Highlight. Das Nachtessen im Embassy by Chef Kimsan war schlichtweg das beste und schönste kulinarische Erlebnis der gesamten Reise.
Die Küche: Es ist ein „Female-led“ Restaurant, das traditionelle Khmer-Küche auf Fine-Dining-Niveau hebt.
Das Erlebnis: Die Präsentation der Speisen und die Raffinesse der Aromen waren auf einem Level, das wir so noch nicht erlebt haben. Ein perfekter Start für Siem Reap!

🤒 16. Januar: Krankenlager und Stadterkundung
Heute sah die Welt leider etwas anders aus: Stefan hat es nun voll erwischt. Er verbrachte den Tag im Viroth’s mit seinen „neuen Freunden“ Paracetamol und Otrivin. Während er versuchte, die Erkältung auszuschlafen, habe ich mich alleine auf den Weg gemacht.

Siem Reap zu Fuss: Sauber, breit und heiss
Bei stolzen 32 Grad bin ich bis zum Königlichen Park (Royal Independence Gardens) gelaufen. Ich war sehr positiv überrascht:
Das Zentrum ist wunderschön herausgeputzt. Die Trottoirs sind breit und sehr sauber – man kann die Stadt wunderbar zu Fuss erkunden, was in asiatischen Städten ja keine Selbstverständlichkeit ist. Die Stadt hat einen tollen Vibe. Es gefällt mir hier ausgesprochen gut!

Den Nachmittag habe ich dann ruhig auf unserer Terrasse im Hotel verbracht. Ich habe regelmässig Tee gekocht – für Stefan zur Genesung. Das Viroth’s bietet dafür zum Glück den perfekten, stilvollen Rahmen.

🇰🇭 Wissenswertes über Siem Reap
Bedeutung des Namens: „Siem Reap“ bedeutet wörtlich übersetzt „Niederlage der Siamesen“. Der Name erinnert an einen Sieg der Khmer über das thailändische Königreich Ayutthaya im 16. Jahrhundert.
Vor hundert Jahren war Siem Reap kaum mehr als ein Dorf. Erst mit der „Wiederentdeckung“ von Angkor durch französische Forscher im 19. Jahrhundert begann der Aufstieg zum Tourismus-Zentrum.
Der Fluss, der durch die Stadt fliesst, entspringt in den heiligen Kulen-Bergen. Die Uferpromenaden wurden kürzlich komplett renoviert und laden jetzt mit schönen Gehwegen und Beleuchtung zum abendlichen Spaziergang ein. Neben den modernen Einflüssen findet ihr im Stadtzentrum (rund um den Alten Markt) noch viele wunderschöne französische Kolonialbauten, die heute oft Cafés oder Galerien beherbergen.

Die Tempelstadt Angkor
400 km² ist die Gesamtfläche des archäologischen Parks von Angkor – er ist damit eines der grössten religiösen Monumente der Welt (etwa so gross wie das halbe Kanton Schwyz).
Über 1’000 Tempelruinen befinden sich im gesamten Areal, von winzigen Steinhaufen bis hin zum gigantischen Angkor Wat.
Forscher schätzen, dass Angkor im 12. Jahrhundert die grösste Stadt der Welt war, mit rund einer Million Einwohnern (zu einer Zeit, als London nur etwa 20’000 Einwohner hatte).
Der Gigant Angkor Wat
162 Hektar: Allein die Anlage von Angkor Wat umfasst diese Fläche.
5 Millionen Tonnen Sandstein wurde verbaut, um den Haupttempel zu errichten. Das ist fast so viel Material wie für die Cheops-Pyramide in Ägypten.
37 Jahre dauerte die Bauzeit (1113–1150 n. Chr.) unter König Suryavarman II.

🏛️ 17. & 18 Januar: Das steinerne Herz der Khmer
Dank Stefans schneller Genesung konnten wir das Herzstück Kambodschas in zwei Etappen erkunden. Mit unserem äusserst aufmerksamen Tuk-Tuk-Fahrer im Fahrtwind war die Hitze gut erträglich.

Die Touren im Überblick
Gestern (Kleine Tour, 09:00 – 15:00 Uhr): Wir besuchten die Klassiker wie Angkor Wat, den Bayon-Tempel mit seinen riesigen Gesichtern und den vom Dschungel verschlungenen Ta Prohm.

Heute, 18. Januar (Grosse Tour, 09:00 – 13:00 Uhr): Diese Runde führte uns zu den etwas entlegeneren, aber nicht minder beeindruckenden Tempeln wie Preah Khan und dem Wasser-Heiligtum Neak Pean.
Wir waren tief beeindruckt, wie gepflegt, sauber und hervorragend organisiert die gesamte Anlage ist. Ein echtes Weltkulturerbe!

💡 Fakten über die Tempel und Umgebung
Angkor Wat – Das Abbild des Universums: Er ist der einzige Tempel in Angkor, der nach Westen ausgerichtet ist. In der Khmer-Kultur ist Westen die Himmelsrichtung des Todes, weshalb man glaubt, dass Angkor Wat ursprünglich als Grabmal für König Suryavarman II. geplant war. Die fünf Türme symbolisieren die Gipfel des heiligen Berges Meru.
Angkor Thom & der Bayon: Die Stadt Angkor Thom war einst von einer 8 Meter hohen Mauer und einem Wassergraben umgeben, in dem angeblich Krokodile lebten. Der Bayon-Tempel in der Mitte beherbergt 216 lächelnde Gesichter, die in den Stein gemeisselt sind – egal wo man steht, man wird beobachtet!
Ta Prohm – Die Kraft der Natur: Dieser Tempel wurde absichtlich in dem Zustand belassen, in dem ihn die Entdecker vorfanden. Die gigantischen Würgefeigen und Kapokbäume, die die Mauern sprengen, zeigen eindrücklich, wie sich der Dschungel alles zurückholt, wenn der Mensch geht. Dieser Tempel diente als Kulisse für den Film Tomb Raider.
Das ausgeklügelte Wassersystem: Die Khmer waren Meister der Wasserwirtschaft. Die riesigen Becken (Barays), die ihr gesehen habt, dienten nicht nur religiösen Zwecken, sondern waren Teil eines komplexen Bewässerungssystems, das bis zu drei Reisernten pro Jahr ermöglichte und so die Millionenstadt Angkor ernährte.
Sandstein-Logistik: Der gesamte Sandstein für die Tempel wurde aus den etwa 50 km entfernten Kulen-Bergen herangeschafft. Man nutzte dafür Kanäle und tausende von Elefanten.

Uns hat es sehr gut hier gefallen! Morgen vormittags fliegen wir nach Bangkok.

Koh Russey oder Bamboo Island

🏝️ 12.-15. Januar: Exklusives Inselglück
Die 15-minütige Überfahrt, vorbei am luxuriösen Six Senses Resort, war der perfekte Vorgeschmack auf das, was uns erwartete. Der Empfang war herzlich, und wir wussten sofort: Hier sind wir richtig.

Die Insel ist richtig klein: etwa 2 Kilometer lang und an der breitesten Stelle misst sie ca. 600 bis 700 Meter. Auf der Ostseite ist noch ein anderes Resort welcher mit dichtem Dschungel von unserem Resort getrennt ist.

Besonderheit: wir konnten Flughunde beim bunten Treiben in einem hohen Baum beobachten. Da es sehr dunkel war und die Tiere sehr schnell unterwegs sind, konnte ich kein Foto machen 🤷🏻‍♀️.

Unser Ocean Pavillon: Ein Traum am Wasser
Wir bewohnen einen Ocean Pavillon, der einfach perfekt ist:
Lage: Tief im Schatten unter Bäumen und so nah am Wasser, dass wir nachts bei offenem Fenster dem Wellenrauschen lauschen können.
Design: Die Architektur ist wunderschön und modern, fügt sich aber harmonisch in die Natur ein. Besonders das durchdachte und praktische Beleuchtungssystem im Zimmer hat es uns angetan.
Privatsphäre: Unsere grosse Veranda mit Couch und Tisch ist der ideale Rückzugsort.

Fast allein im Paradies
Da aktuell nur sieben Gäste im Resort sind (drei Paare und ein Alleinreisender), fühlt es sich an, als gehöre die gesamte Anlage uns.
Kulinarik: Das Essen ist erstklassig. Da für ein Buffet zu wenig Gäste da sind, geniessen wir sowohl das Frühstück als auch das Abendessen à la carte – exklusiver geht es kaum.
Aktivitäten: Unser Rhythmus ist herrlich entspannt. Jeden Morgen laufen wir am 1,2 km langen Traumstrand entlang, nehmen den kleinen Wanderpfad und verbringen den Rest des Tages am Pool oder am Meer.

Upmarket-Experiment
Wir haben gerade richtig Lust spezielle und hochwertige Unterkünfte auszuprobieren. Da wir preislich nie über CHF 200 pro Nacht gehen, passt das Koh Russey Resort perfekt in unser Budget und ist definitiv eine der besten Unterkünfte, die wir je hatten. Es ist schlichtweg paradiesisch! 😉 Alle unsere weitere Unterkünfte sind im gleichen/ähnlichen Segment.


✈️ Ausblick: Am Donnerstag, 15. Januar, verlassen wir diese Idylle und fliegen nach Siem Reap. Damit beginnt das finale, grosse kulturelle Highlight unserer Reise.

Kampot

🇰🇭 8. Januar: Willkommen im Königreich der Wunder

Bevor wir die Grenze überschritten, haben wir uns ein wenig mit unserem neuen Gastland vertraut gemacht. Kambodscha ist ein Land voller Kontraste:
Das Erbe der Khmer: Das heutige Kambodscha ist der Nachfolger des mächtigen Khmer-Reiches, das einst weite Teile Südostasiens beherrschte. Davon zeugt heute vor allem das Nationalstolz-Symbol schlechtweg: Angkor Wat (das wir sogar auf der Nationalflagge finden).
Die junge Bevölkerung: Bedingt durch die tragische Geschichte der Roten Khmer in den 70er-Jahren ist Kambodscha heute eines der «jüngsten» Länder der Region – über 50 % der Menschen sind jünger als 25 Jahre.
Religion & Alltag: Der Theravada-Buddhismus prägt fast jeden Aspekt des Lebens. Überall sieht man die orangefarbenen Roben der Mönche und kleine Geisterhäuschen vor den Gebäuden.
Währungscuriosum: In Kambodscha zahlt man fast alles mit US-Dollar, bekommt aber bei Beträgen unter einem Dollar das Wechselgeld in der lokalen Währung Riel zurück. Man hat also immer zwei Währungen im Portemonnaie.
Gastfreundschaft: Kambodscha gilt oft als das Land mit dem herzlichsten Lächeln Südostasiens – eine Eigenschaft, die wir bereits bei unserem Grenzübergang spüren durften.

🛂 Der reibungslose Wechsel

Der Wechsel von Vietnam nach Kambodscha verlief viel schneller und entspannter als gedacht. Das Camia Resort hatte alles perfekt organisiert:
Die Reise: Zuerst ging es mit dem Boot in der okay First Class aufs Festland. Pünktlich angekommen, übernahm ein Fahrer, der uns bis zur kambodschanischen Grenze brachte.

Das Ritual: Zur Absicherung wurde bei jeder Übergabe ein obligatorisches Beweisfoto von uns gemacht – die Auftraggeber wollten sichergehen, dass wir wohlbehalten «übergeben» wurden! 😄
Die Grenze: Den Grenzübergang erledigten wir zu Fuss. Die Visa-Formalitäten auf der kambodschanischen Seite waren in rekordverdächtigen 15 Minuten erledigt.
Preis-Leistung: Für die gesamte Organisation (Boot und zwei Privatfahrer) haben wir für uns beide nur CHF 60 bezahlt – ein unschlagbarer Preis für diesen Komfort.

Ankunft im Paradies: La Plantation Villa
In der La Plantation Villa angekommen, wurden wir mit einem traumhaften Sonnenuntergang begrüsst. Die Anlage mit ihren vier Villen und dem grossen, schönen Pool ist ein Juwel.

🌶️ 9. Januar: Ein Fest für die Sinne in La Plantation
Heute stand alles im Zeichen des berühmten Kampot-Pfeffers. Als grosse Pfeffer-Liebhaberin kam ich voll auf meine Kosten:
Die Führung: Wir erhielten eine äusserst spannende und lehrreiche Tour durch die Plantage. Es ist faszinierend zu sehen, wie viel Handarbeit und Tradition in jedem einzelnen Korn steckt.
Die Degustation: Das Highlight war die Verkostung am Ende. Die verschiedenen Aromen und Schärfegrade zu erschmecken, war eine tolle Erfahrung.

Exklusivität: Da wir aktuell die einzigen Gäste sind, genossen wir am Abend ein Privat-Dinner in absoluter Ruhe – ein krasser Gegensatz zum wuseligen Vietnam!

🛺 10. Januar: Kolonialer Charme und die Krabben von Kep

Heute haben wir uns ein Tuk-Tuk geschnappt und die Region erkundet. Unser Fahrer sprach hervorragendes Englisch, was den Ausflug besonders interessant machte, da er uns viel über seine Heimat erzählen konnte.

Kampot: Ein Hauch von Frankreich
Wir waren sehr positiv überrascht, wie hübsch und gepflegt Kampot ist. Man spürt an jeder Ecke, dass die Franzosen hier einen Sinn für Ästhetik und Charme hinterlassen haben. Die alten Kolonialbauten am Flussufer verleihen der Stadt eine wunderbar entspannte Atmosphäre. Lustigerweise haben wir mitten in Kambodscha sogar ein Schweizer Restaurant 🇨🇭 entdeckt – ein Stück Heimat in der Ferne!

Natur pur im Nationalpark
Zwischen den Städten machten wir einen Abstecher in den Kep-Nationalpark. Die Fahrt durch das üppige Grün und die Ruhe dort waren ein toller Kontrast zum Küstentreiben.

Kep und der legendäre Krabbenmarkt
In Kep besuchten wir den berühmten Crab Market. Es war faszinierend zu beobachten, wie die Körbe mit den frischen Krabben direkt aus dem Meer gezogen werden.

Wissenswertes über Kep:
In den 1950er- und 60er-Jahren war Kep der exklusivste Badeort Kambodschas. Die Elite (und sogar der König) baute sich hier luxuriöse Villen im modernen Stil.
Geister-Villen: Während der Herrschaft der Roten Khmer wurden viele dieser Villen verlassen. Wenn man heute durch Kep fährt, sieht man noch immer die Ruinen dieser prachtvollen Häuser, die langsam vom Dschungel zurückerobert werden – ein sehr mystischer Anblick.
Das Wahrzeichen: Die riesige Krabben-Statue, die im Meer vor der Küste thront, ist das meistfotografierte Motiv der Stadt.

Kulinarik: Kep ist weltweit bekannt für die Kombination aus frischen Meeresfrüchten und dem grünen Kampot-Pfeffer, den wir gestern auf der Plantage kennengelernt haben.


🏝️ Morgen: Auf nach Koh Russey
Mit diesen schönen Eindrücken im Gepäck geht es morgen weiter ins Inselparadies. Wir fanden die Gegend hier wirklich ganz hübsch und sind gespannt, ob die Privatinsel diesen Standard halten kann.