Archiv der Kategorie: Vietnam

Die Phú Quoc Insel

🏝️ 5. Januar: Inselankunft mit Hindernissen
Der Start auf Phú Quốc verlief eigentlich vielversprechend: Wir landeten sogar deutlich früher als geplant und der Shuttle-Service zum Hotel funktionierte reibungslos. Doch dann holte uns die Realität ein.

Die Klimaanlage und die Folgen
Die Quittung für die laufende Klimaanlage vor zwei Nächten folgte prompt: Meine Nase läuft seither wie ein undichter Wasserhahn. Als wäre das nicht mühsam genug, haben mich in der letzten Nacht auch noch heftige Rückenschmerzen geplagt. Zum Glück sind wir mit unserer Reiseapotheke gut ausgestattet – ohne Schmerzmittel wäre an Schlaf nicht zu denken gewesen.

Camia Resort: Massive Abzocke beim Zimmer
Vom Camia Resort sind wir leider massiv enttäuscht. Wir haben für stolze CHF 270 pro Nacht die Kategorie «Premium Deluxe Ocean View» gebucht. Was wir erhalten haben, ist ein gewöhnliches Doppelzimmer in der hintersten und untersten Ecke der Anlage. Den Ozean kann man in weiter Ferne erahnen. Nach all unseren Reiseerfahrungen müssen wir leider sagen: Das ist massive Abzocke.
Ein kleiner Trost: Die Gartenanlage ist sehr gepflegt, die Restaurants bieten hervorragendes Essen und die beiden Pools sind top. Aber das Zimmer bleibt ein grosses Ärgernis.

6. Januar: Pläne für das Finale
Trotz der angeschlagenen Gesundheit haben wir heute Nägel mit Köpfen gemacht und unsere restliche Reise bis zum Ende durchgeplant.

🚠 7. Januar: Kitschiges Panorama und eine Geisterstadt in Europa-Optik
Heute haben wir uns den Süden der Insel angeschaut und dabei extreme Kontraste erlebt – von atemberaubender Natur bis hin zu skurrilen Bauprojekten.

Die spektakulärste Seilbahnfahrt
Gegen 10 Uhr starteten wir unser Abenteuer mit dem Hon Thom Cable Car. Die Fahrt war schlichtweg «cool». Der Ausblick aus der Gondel über die unzähligen bunten Fischerboote im Wasser war so perfekt, dass er fast schon kitschig wirkte.

Am Ziel auf der Insel Hon Thom angekommen, war die Ernüchterung jedoch gross: Ausser einem riesigen Aquapark und unzähligen Essensständen gibt es dort momentan nur riesige Baustellen. Man ist quasi «gefangen» und kann die Insel nicht wirklich weiter erkunden. Deshalb machten wir uns nach einem kurzen Blick schnell wieder auf den Rückweg.

Sunset Town: Ein schönes, aber seelenloses Venedig
Wieder auf dem Festland, erkundeten wir Sunset Town. Die Stadt ist ein faszinierendes Phänomen: Sie ist komplett künstlich angelegt und erinnert an europäische Metropolen wie Venedig, Rom oder Barcelona. Alles ist hübsch herausgeputzt, wirkt aber total seelenlos. Rund 80 % der Gebäude stehen leer oder sind innen noch im Rohbau. Ausser ein paar russischen Touristen waren wir dort fast alleine unterwegs – eine bizarre Geisterstadt-Atmosphäre.

Zahlen & Fakten zum Projekt:

  • Die Seilbahn: Sie hält den Weltrekord als längste 3-Seil-Bahn der Welt mit einer Gesamtlänge von exakt 7’899,9 Metern. Die Fahrt dauert etwa 20 Minuten pro Weg.
  • Sunset Town (Sun Premier Village Primavera): Dieses Mammutprojekt wurde von der Sun Group entwickelt. Es umfasst hunderte von Gebäuden im mediterranen Stil. Ziel war es, ein „Stück Italien“ nach Vietnam zu bringen – inklusive eines Glockenturms, der dem Markusturm in Venedig nachempfunden ist.
  • Kiss Bridge: Die markante Brücke, die ihr sicher gesehen habt, ist so konstruiert, dass sich die zwei Enden in der Mitte fast berühren – ein beliebter Spot für Hochzeitsfotos, der das Herzstück dieser künstlichen Welt bildet.

Auf der Insel gibt es mehrere solche „Disneylands“ wie:

  • Grand World Phu Quoc, hier wurde Venedig nachgebaut inkl. Gondeln.
  • Vinpearl Safari Phú Quốc, mit allen grossen Tieren aus Afrika!

Da die Insel nicht besonders schön ist, kann ich es nachvollziehen, dass man mit solchen Inszenierungen die Touristen begeistern möchte. Wir sind hier weil es für uns die einfachste Möglichkeit ist nach Kambodscha einzureisen.

🇰🇭 Ausblick: Aufbruch nach Kambodscha
Morgen, am 8. Januar, verlassen wir Vietnam. Das nächste grosse Abenteuer wartet:
Fähre: von Phú Quốc nach Ha Tien.
Grenzübergang: wir werden von einem Privatfahrer erwartet, der uns bis an die Grenze zu Kambodscha bringt. Ein anderer Fahrer soll uns nach der Grenze abholen und zu der Unterkunft bringen.
Ziel: La Plantation Villa zwischen Kep und Kampot.

Mekong Delta

🚐 2. Januar: Mit dem Minibus ins Grüne
Unsere Premiere mit dem lokalen Transportmittel verlief absolut reibungslos. Die Fahrt im Minibus war pünktlich und angenehm, sodass wir bereits vor 14 Uhr in unserer neuen Oase ankamen.

Was wir auf der Fahrt von Ho Chi Minh City nach Can Tho besonders genossen haben und was unbedingt erwähnt werden muss: Die Landschaft war einfach traumhaft. Wir sind durch wunderschöne, saftig grüne Reisfelder gefahren, die sich bis zum Horizont erstreckten. Dazwischen immer wieder riesige Palmenplantagen, die das typische Bild des Mekong-Deltas prägen. Diese Fahrt war ein echter Genuss für die Augen und hat uns gezeigt, wie fruchtbar und lebendig diese Region ist.


Rückzugsort im Phi Yến Eco Resort
Wir haben das Phi Yến Eco Resort bezogen und sind begeistert: Die Anlage ist sehr gepflegt und schön angelegt. Wir bewohnen ein grosses, funktionales und vor allem sauberes Zimmer in einem der Doppelhäuser. Das absolute Highlight ist unsere Terrasse direkt am Wasser. Mit den bequemen Liegebetten ist es der perfekte Ort, um die Seele baumeln zu lassen und die friedliche Atmosphäre des Deltas aufzusaugen.

🛶 3. Januar: Sonnenaufgang und Markttreiben auf dem Mekong
Heute hiess es früh aufstehen: Bereits um 05:30 Uhr starteten wir unsere private Bootstour zum Cai Rang Floating Market.

Morgendliche Idylle und das Erwachen des Flusses
Die Hinfahrt war fast schon magisch. Es war noch dunkel, und die friedliche Stille auf dem Mekong wurde nur vom rhythmischen Tuckern unseres Bootsmotors unterbrochen. Um 06:15 Uhr kündigte sich der Tag an. Da es etwas bewölkt war, zeigte sich der Sonnenaufgang zwar eher dezent, aber die Lichtstimmung auf dem Wasser war trotzdem besonders.

Cai Rang: Spektakel und Abgase
Am Markt angekommen, tauchten wir in eine andere Welt ein. Der Floating Market ist mittlerweile eine riesige Touristenattraktion. Gefühlt tausend Boote tummelten sich auf dem Wasser. Die vielen Motoren stiessen enorm viele Abgase aus, was die Luft zeitweise recht dick machte.
Nichtsdestotrotz war es faszinierend zu beobachten, wie die Waren von Boot zu Boot wanderten und wie geschäftig das Leben auf dem Fluss ist.

Wir besuchten zudem eine Nudelfarm und bekamen einen Einblick in die traditionelle Herstellung der Reisnudeln.

Abstecher in den Dschungel
Zum Abschluss der Tour bogen wir in einen schmalen, verwachsenen Kanal ab. Hier war es schlagartig ruhig. Überall saftiges Grün und Palmen, die über das Wasser ragten – ein wunderbarer Kontrast zum Trubel des Marktes.

Pünktlich zum Frühstück wurden wir zurück in unser Resort gebracht. Den Rest des Vormittags haben wir auf unserer Terrasse verbracht. Mit Blick auf den Garten und die üppige Umgebung lassen wir die Eindrücke des frühen Morgens Revue passieren. Ein sehr interessanter Ausflug, der uns trotz der vielen Touristen sehr gefallen hat!

🌏 Wissenswertes über den mächtigen Mekong
Während wir auf unserer Terrasse sitzen und dem Fluss zuschauen, wird uns erst bewusst, welche Dimensionen dieser Strom hat:
Gewaltige Länge: Mit rund 4’350 Kilometern ist der Mekong einer der längsten Flüsse der Erde. Er entspringt im tibetischen Hochland und durchfliesst sechs Länder (China, Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und schliesslich Vietnam).
Geheimnisvolle Tiefe: Die Tiefe variiert extrem. Im Mekong-Delta ist er meist zwischen 10 und 20 Meter tief, aber in den schmalen Felsschluchten von Laos wurden Stellen mit bis zu 100 Metern Tiefe gemessen – dort leben auch die letzten der riesigen, seltenen Mekong-Riesenwelse.
Warum ist er so braun? Die charakteristische «Milchkaffee-Farbe» ist kein Schmutz, sondern ein Zeichen für enorme Fruchtbarkeit. Der Fluss transportiert gewaltige Mengen an Sedimenten und nährstoffreichem Schlamm aus dem Himalaya und den Gebirgen von Laos bis hierher ins Delta. Ohne diesen Schlamm wäre Vietnam nicht einer der grössten Reisexporteure der Welt.
Ebbe und Flut im Fluss: Obwohl wir uns hier tief im Landesinneren befinden, spürt man den Einfluss des Meeres deutlich. Das Mekong-Delta ist so flach, dass die Gezeiten des Südchinesischen Meeres das Wasser des Flusses täglich zweimal «aufstauen» (Flut) und wieder abfliessen lassen (Ebbe). Das führt dazu, dass der Mekong hier im Delta tatsächlich seine Fliessrichtung ändern kann!

🚲 4. Januar: Das Leben am Wasser – Perspektivwechsel auf zwei Rädern
Heute haben wir die Boote gegen Fahrräder getauscht. Das Phi Yến Eco Resort hat uns netterweise gratis Räder zur Verfügung gestellt.

Obwohl die Räder technisch gesehen ihre besten Zeiten wohl schon hinter sich hatten, erfüllten sie ihren Zweck: Wir sind etwa 20 Kilometer weit geradelt. Die Route führte uns direkt an den unzähligen Kanälen entlang. Es war eine tolle Gelegenheit, den Menschen hier ganz nah zu kommen und zu sehen, wie sie ihren Alltag am und auf dem Wasser gestalten.

Die tropische Sonne hat uns allerdings ordentlich eingeheizt. Da es sehr heiss war, haben wir uns gegen eine noch längere Tour entschieden und sind rechtzeitig in den Schatten zurückgekehrt. Es war die richtige Entscheidung, das Tempo der Hitze anzupassen – ganz im Sinne der lokalen Lebensweise.

✈️ Ausblick: Ab auf die Insel – Flug nach Phú Quốc
Morgen, am 5. Januar, verlassen wir das Festland und den Mekong. Es geht auf die grösste Insel Vietnams: Phú Quốc.

Ho Chi Minh City / Saigon

🇻🇳 30.12. – 2.1.: Von der Beschaulichkeit in die Megacity
Der Flug mit Lao Airlines verlief ruhig. Übrigens eine ganz sympathische Airline mit gutem Service! Bereits aus der Luft konnten wir einen ersten Blick auf Vietnam werfen: Alles wirkte erstaunlich entwickelt und aufgeräumt – ganz anders, als wir es nach unseren Erfahrungen in Laos erwartet hatten.

Geduldsprobe am Flughafen
Die Einreise am Flughafen Tan-Son-Nhat forderte unsere Geduld: Fast zwei Stunden standen wir an der Passkontrolle an. Es waren nur wenige Schalter geöffnet, während die Passagiermassen immer weiter anwuchsen. Doch das Warten hat sich gelohnt.

Das geordnete Chaos von Saigon
Mit einem Grab-Taxi fuhren wir mitten in die Stadt. Was für ein Anblick! Die unglaubliche Anzahl an Motorrädern ist überwältigend. Doch trotz der schieren Masse herrscht eine ganz eigene, faszinierende Ordnung – von Chaos keine Spur, alle kommen wunderbar miteinander aus. Besonders beeindruckt hat uns die Sauberkeit: Für eine Stadt mit knapp 9 Millionen Menschen ist es bemerkenswert geordnet. Chapeau, Ho Chi Minh City!

Eine Suite mit Weitsicht
Unser Hotel ist ein Volltreffer. Wir bewohnen eine Ecksuite ,🎬 im 17. Stock und der Blick über die glitzernde Skyline der Stadt ist schlichtweg atemberaubend. Hier lässt es sich aushalten!

Kulinarik in geschichtsträchtigem Ambiente
Beim ersten Spaziergang lernten wir schnell: Das Überqueren der Strassen als Fussgänger ist eine Kunst für sich und braucht Mut! Belohnt wurden wir mit einem fantastischen Nachtessen im Hof einer ehemaligen Opium-Fabrik (The Refinery). Das Essen im Restaurant Hoa Túc Saigon war vorzüglich, die Bedienung hochprofessionell und effizient – ein Quantensprung in Sachen Servicequalität.

🎆 Silvester 2025 & Neujahr 2026: Logenplatz über Saigon
Den letzten Tag des Jahres haben wir genutzt, um die vielen Gesichter von Ho Chi Minh City zu Fuss zu entdecken.
Entdeckungen in der Grossstadt
Wir sind einfach durch die Strassen geschlendert und haben dabei viele «herzige» Ecken wie die Book Street entdeckt – eine charmante Oase der Ruhe voller Bücher und kleiner Cafés. Auch die modernen Shoppingcenter und Food Courts haben wir unter die Lupe genommen. Alles wirkt topmodern und äusserst gepflegt. Das hat uns so gut gefallen.

Ein Festmahl und «Milliarden» Menschen
Vor dem grossen Jahreswechsel gönnten wir uns ein exzellentes Nachtessen im Vietnam House Restaurant. Die Qualität war hervorragend und ein würdiger Abschluss für das alte Jahr. Draussen auf den Strassen herrschte der Ausnahmezustand: Gefühlt tummelten sich «Milliarden» von Menschen, um den Countdown zu feiern.
Feuerwerk aus der ersten Reihe
Pünktlich zum Jahreswechsel zogen wir uns in unsere Suite zurück. Mit einer kleinen Flasche Champagner belegten wir unsere Logenplätze im 17. Stock. Wir hatten einen fantastischen Blick auf das 15-minütige Feuerwerk, das den Himmel über Saigon erleuchtete. Ein magischer Moment ohne das Gedränge in den Strassen!
Happy New Year 2026!

🏛️ 1. Januar: Geschichte, Markttreiben und moderne Foto-Manie
Unser erster Tag im neuen Jahr führte uns tiefer in das Herz von Ho Chi Minh City.
Historisches Saigon und versteckte Gassen
Wir spazierten zum Wiedervereinigungspalast und genossen die weitläufigen, grünen Parks in der Umgebung – eine wahre Wohltat in dieser Metropole.

Auf dem Rückweg liessen wir uns durch die engen Gassen treiben und entdeckten dabei das Seafood House. Es ist beeindruckend zu sehen, wie lebendig und geschäftig es abseits der grossen Boulevards zugeht.

Markt-Trubel und Unterhaltung beim Kaffee
Natürlich durfte ein Besuch im berühmten Ben-Thanh-Markt nicht fehlen.

Zur Erfrischung kehrten wir danach im Metropole Café ein. Die Drinks waren hervorragend, aber das eigentliche Spektakel war das «People Watching»: Wir wurden Zeugen einer permanenten Foto-Session von sechs Mädchen am Nachbartisch. Dass man ununterbrochen und stundenlang nur Fotos von sich selbst machen kann, war für uns fast schon grauenhaft anzusehen – aber definitiv unterhaltsam!

Den Rest des Tages haben wir entspannt an unserem Pool im 10. Stock verbracht, um die Beine hochzulagern.

🚐 Ausblick: Abenteuer Minibus nach Can Tho
Morgen, am 2. Januar, beginnt für uns ein neues Kapitel der Fortbewegung. Wir fahren mit lokalen Minibus nach Can Tho im Mekong-Delta. Die Fahrt sollte 3 Stunden dauern.